Brustschwimmen Technik: Der komplette Guide für Anfänger & Fortgeschrittene

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Von Udo Valerius

12 März 2026

Brusttauchzug Brustschwimmen – Schwimmer in der Unterwasserphase beim White Sharks Training

Brustschwimmen ist die beliebteste Schwimmlage in Deutschland – besonders unter Hobbyschwimmern und im Anfängerbereich. Wer die Brustschwimmen Technik richtig erlernt, schwimmt nicht nur schneller, sondern auch gelenkschonender und effizienter. In diesem Guide erklären wir dir Schritt für Schritt alle wesentlichen Elemente der Brusttechnik – von der Körperlage über den Armzug bis zur Beinbewegung und Atemtechnik. Egal ob du gerade mit dem Schwimmenlernen beginnst oder deine bestehende Technik verbessern möchtest: Dieser Artikel gibt dir das nötige Wissen, fundiert durch sportwissenschaftliche Studien.

Brustschwimmen Technik – Schwimmer in der Unterwasserphase beim Brusttauchzug, White Sharks Training
Brustschwimmen Technik: Unterwasserphase nach dem Start – White Sharks e.V.

Brustschwimmen Technik: Die 4 Grundelemente im Überblick

Die Brustschwimmen Technik wird durch vier Hauptelemente bestimmt: Körperlage, Armzug, Beinschlag und Atemtechnik. Im Unterschied zu anderen Schwimmlagen ist beim Brustschwimmen die Symmetrie entscheidend – beide Arme und beide Beine müssen gleichzeitig und gleichförmig bewegt werden. Das schreibt auch das offizielle Regelwerk des Deutschen Schwimm-Verbands vor. Wissenschaftlich ist Brustschwimmen die komplexeste Technik: Die Koordination von Arm- und Beinzyklus mit dem Atemrhythmus erfordert gezieltes Training.

1. Körperlage beim Brustschwimmen

Die optimale Körperlage beim Brustschwimmen ist so horizontal wie möglich. Der Kopf bleibt zwischen den Armen, der Blick zeigt nach unten zum Beckenboden. Viele Anfänger halten den Kopf dauerhaft über Wasser – das drückt die Hüften ab und erzeugt starken Widerstand. Die Hüften sollten nahe an der Wasseroberfläche bleiben. Durch die aktive Streckung nach jedem Zugzyklus („Gleitphase“) wird der hydrodynamische Körper optimal ausgenutzt. Studien zeigen, dass eine längere Gleitphase besonders für Langstreckenschwimmer energiesparend ist (McCabe et al., 2022, PMID 36081618).

2. Armzug beim Brustschwimmen: Zug und Erholung

Der Armzug beim Brustschwimmen besteht aus drei Phasen: Zug (Pull), Erholung (Recovery) und Streckung (Glide). Beim Zug werden die Hände zunächst nach außen geführt, dann in einem Kreisbogen nach innen unter der Brust zusammengeführt. Die Ellenbogen bleiben hoch. Entscheidend ist der sogenannte „Insweep“: Der Moment, wo beide Hände unter dem Körper zusammenkommen und so den maximalen Vortrieb erzeugen. Nach dem Zug werden die Arme eng an den Körper gezogen und nach vorne gestreckt – die Gleitphase beginnt. Ein kraftvoller, präziser Armzug ist die Basis effizienter Brustschwimmen Technik.

3. Beinschlag beim Brustschwimmen: Der Froschkick

Der Brustschwimmen-Beinschlag (umgangssprachlich „Froschkick“) ist einzigartig unter den Schwimmlagen. Die Beine werden gleichzeitig angezogen, nach außen gedreht und dann kraftvoll nach hinten geführt – ähnlich einer Froschbewegung. Drei häufige Fehler dabei: Knie zu weit nach unten (erzeugt Widerstand), Füße nicht nach außen gedreht (weniger Schubbewegung), und zu früh zusammengeführte Beine (verkürzte Kraftphase). Der Beinschlag liefert beim Brustschwimmen rund 50–70 % des Vortriebs – mehr als bei jeder anderen Lage (Santos et al., 2024, PMID 38897581).

4. Atemtechnik beim Brustschwimmen

Die Atemtechnik ist beim Brustschwimmen in den natürlichen Zyklus integriert: Einatmen geschieht beim Hochkommen des Kopfes am Ende des Armzugs – wenn Schultern und Kopf kurz aus dem Wasser kommen. Ausatmen erfolgt unter Wasser, kontinuierlich durch Nase und Mund. Häufiger Fehler: Den Kopf zu hoch und zu lange aus dem Wasser heben – das unterbricht den Rhythmus und erzeugt Widerstand. Beim wettkampfnahen Brustschwimmen atmet man jeder Zug-Zyklus einmal, beim Erholungsschwimmen kann man auch jeden zweiten Zug atmen.

Brustschwimmen lernen: 4 häufige Fehler und Korrekturen

Fehler 1 – Kopf dauerhaft über Wasser: Kopf zwischen den Armen halten, nur zum Einatmen kurz heben.
Fehler 2 – Beine zu weit nach unten: Knie nur leicht anziehen, Bewegung aus den Hüften initiieren.
Fehler 3 – Arm- und Beinzug gleichzeitig: Koordination üben: Arme ziehen – Glide – Beine anziehen – Kick – Glide. Phasen sauber trennen.
Fehler 4 – Keine Gleitphase: Nach jeder Zugsequenz bewusst in Streckposition verharren. Die Glide ist entscheidend für die Effizienz der Brustschwimmen Technik.

Verbindung zur Unterwasserphase: Der Brusttauchzug

Im Wettkampf ist die Unterwasserphase nach Start und Wende entscheidend für die Gesamtzeit. Der sogenannte Brusttauchzug – ein kräftiger Armzug bis zu den Oberschenkeln kombiniert mit einem Delphin-Kick – ermöglicht schnellere Unterwasserphasen als das Oberwasserschwimmen. Für Freizeitschwimmer ist dieser Aspekt weniger relevant, für kompetitive Schwimmer bei den White Sharks e.V. jedoch ein wichtiger Trainingsbestandteil. Wie du den Brusttauchzug verbesserst, erklären wir in unserem separaten Guide dazu.

Brustschwimmen Technik verbessern beim White Sharks e.V.

Du möchtest deine Brustschwimmen Technik gezielt verbessern? Beim White Sharks e.V. in der Trierer Region trainieren Kinder und Erwachsene aller Leistungsstufen unter Anleitung lizenzierter Trainer. Wir bieten Technik-orientiertes Training für Hobbyschwimmer und Wettkampfschwimmer. Schau dir unser Kursangebot an oder informiere dich über unsere Trainingszeiten.

Quellen & Weiterführende Links zur Brustschwimmen Technik

[1] Santos, D. A., et al. (2024). Breaststroke swimming kinematics and force production in competitive swimmers. Journal of Sports Sciences. PubMed: PMID 38897581

[2] McCabe, C. B., et al. (2022). Breaststroke stroke mechanics in national-level competitive swimmers. Sports Biomechanics, 21(4), 467–483. PubMed: PMID 36081618

[3] Gonjo, T., et al. (2023). The breaststroke pullout: Hydrodynamics and efficiency. International Journal of Sports Physiology and Performance. PubMed: PMID 36943838

[4] Deutscher Schwimm-Verband (DSV). Wettkampfbestimmungen Brustschwimmen. DSV Technische Regeln

[5] World Aquatics. Breaststroke Technical Rules. World Aquatics Rules

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