Februar 2026 · Sport · Schwimmen Trier
Schwimmen Trier · Wasserzeiten · White Sharks
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Dieser Artikel erschien am 19. Februar 2026 im Volksfreund Trier und wird mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht.
Autor: Andreas Arens · Zum Original-Artikel auf volksfreund.de
Weiter Ärger um Wasserzeiten im Trierer Bad
Trier · 19. Februar 2026 · Von Andreas Arens · 4 Minuten Lesezeit
Der Kampf ums Wasser im Bad an den Kaiserthermen geht weiter. Einem Verein stößt die Vergabepraxis der Schwimmzeiten unverändert bitter auf. Die Stadtwerke reagieren auf Vorwürfe.
Im Winter ist Schwimmen Trier Wasserzeiten ein rares Gut. Während im Sommer zusätzlich das Nord- und das Südbad geöffnet sind, konzentriert sich der Trainings- und Kursbetrieb nahezu vollständig auf das Bad an den Kaiserthermen. Rund 150 Bahnstunden pro Woche sind nach Angaben der Stadtwerke Trier (SWT) dort an Vereine und Gruppen vergeben vom Baby-Wassergewöhnungskurs bis zum Leistungsschwimmtraining. Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der SWT.
Zahlen im Überblick
- 150 Bahnstunden pro Woche vergeben
- 22 Übungsleiter bei den White Sharks
- ~100 Schwimmerinnen und Schwimmer samstags
- 80 Kinder warten auf Plätze im Förderschwimmen
- Hunderte Kindern musste bereits abgesagt werden
Schwimmen Trier Wasserzeiten ein hausgemachtes Problem?
Die Vergabepraxis hatte der in Trier ansässige Schwimmverein White Sharks bereits in der Vergangenheit deutlich kritisiert. Seit Monaten macht der Vorsitzende Udo Valerius Druck.
„Es wird ein Mangel verwaltet. Aber dann muss man sich ehrlich anschauen, wer wie viel Wasserfläche tatsächlich braucht. Genau das passiert aus unserer Sicht nicht.“Udo Valerius, Vorsitzender White Sharks Trier
Im Stadtbad trainieren neben den White Sharks unter anderem der Postsportverein (PST), die Hai School, der SSV Trier, die DLRG Stadt Trier und Zewen, die DJK St. Matthias sowie die Wasserwacht Trier. Valerius fordert seit Längerem ein softwaregestütztes Verfahren zur Festlegung der Beckenbelegungszeiten.
White Sharks wachsen doch die Kapazitäten fehlen
Die White Sharks wachsen derweil stark. Nach eigenen Angaben stehen 22 Übungsleiter bereit, allein samstags trainieren rund 100 Schwimmerinnen und Schwimmer. Dennoch übersteige die Nachfrage die vorhandenen Kapazitäten deutlich.
„Gerade beim Schwimmenlernen ist das Interesse riesig. Wir mussten schon Hunderten Kindern absagen.“Udo Valerius, Vorsitzender White Sharks Trier
Neben Leistungs- und Wettkampfschwimmen bieten die White Sharks Anfängerkurse sowie inklusive und fördernde Angebote an. Rund 80 Kinder warten derzeit allein auf Plätze im Förderschwimmen.
„Am Ende leiden die Kinder darunter.“Udo Valerius, Vorsitzender White Sharks Trier
Vorwürfe gegen privatwirtschaftliche Anbieter
In einem umfangreichen Fragenkatalog stellt der Verein die Vergabepraxis grundsätzlich infrage. Kritisiert werden die Bedarfsermittlung, mangelnde Transparenz sowie unterschiedliche Maßstäbe bei der Behandlung einzelner Nutzer.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass privatwirtschaftliche Anbieter Schwimmzeiten erhalten, während der organisierte, gemeinnützige Verein leer ausgehe. Namentlich nennt Valerius eine Firma aus Bitburg weder ortsansässig noch als Verein organisiert.
Inzwischen ist die Gemeinnützigkeit der White Sharks durch das Finanzamt Wittlich bestätigt. Michael Maxheim, Vorsitzender des Sportkreises Trier, bestätigt: „Mittlerweile haben die White Sharks in Trier einen eigenständigen Verein gegründet. Der Aufnahme durch den Sportbund wird wohl stattgegeben. Damit stehen ihnen Schwimmzeiten im Trierer Bad zu.“
Der Streit verschärft sich
Mit den zwei Samstagszeiten im Lehrschwimm- und Mehrzweckbecken geben sich die White Sharks nicht zufrieden. Weitere beantragte Zeiten für Förder-, Leistungs- sowie Masters- und Gesundheitsschwimmen stehen unverändert aus. Die Kommunikation läuft inzwischen fast ausschließlich über die Rechtsabteilung der Stadtwerke Trier und den Anwalt der White Sharks.
„Dabei könnte man das ganz simpel lösen. Miteinander reden, faire Lösungen suchen. Erwachsene teilen Pfründe auf, während die Realität im Becken aus dem Blick gerät.“Udo Valerius, Vorsitzender White Sharks Trier
Inklusion als Alarmsignal
Besonders bewegt Valerius die gesellschaftliche Dimension. Schwimmen sei eine Grundkompetenz Inklusion dürfe kein Randthema sein.
„Neulich rief mich jemand an und sagte: Ich habe einen behinderten Bruder der kommt nirgends rein. Inklusion und Integration scheinen niemanden zu interessieren.“Udo Valerius, Vorsitzender White Sharks Trier
Das sagen die Stadtwerke
Die Stadtwerke Trier erklären auf Anfrage, man sei gemeinsam mit allen Trierer Vereinen an Lösungen für eine gerechte Verteilung der Beckenzeiten interessiert. Da man sich derzeit in einem rechtlichen Austausch befinde, sei eine weitergehende Stellungnahme aktuell nicht möglich. „Natürlich hoffen wir auf eine einvernehmliche Einigung mit dem Verein.“
Sportkreis-Chef Maxheim verweist auf die hohe Nachfrage: „Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus habe ich Vertrauen in die Vergabepraxis der Stadtwerke-Tochter.“
Valerius will nun auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe einschalten in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der SWT Stadtwerke Trier GmbH.
„Wir wachsen :und kriegen es nicht ins Wasser. Es geht um unsere Kinder und ums Schwimmenlernen.“
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Mittelmosel Nachrichten · Quelle: Volksfreund Trier · 19. Februar 2026 · Autor: Andreas Arens
Wie stark die White Sharks trotz dieser Hürden performen, zeigt unser Bericht vom Euro-Meet 2026 in Luxemburg.
Vollständiger Artikel auf volksfreund.de URL: https://www.volksfreund.de/sport/trier-weiter-aerger-um-wasserzeiten-im-stadtbad_aid-144050213
Wettkampf Mittelmosel Ausgabe 11
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